User manual

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Spannungsmessung
Die häufigste Art Wechselspannungen zu
messen, ist die Ermittlung der Spitze-Spitze
Spannung. Sie kann auf alle Signalformen
unabhängig ihrer Komplexität angewendet
werden. Die Spitze-Spitze Spannung ist der
Betrag zwischen dem positivsten und
negativsten Punkten einer Kurve.
Zur Ermittlung der Spitze-Spitze Spannung
gehen Sie wie folgt vor.
Verschieben Sie mit dem vertikalen
Positionseinsteller (16) die Kurve so, dass
der negativste (unterste) Punkt des Signals
eine waagrechte Rasterlinie berührt.
Verschieben Sie nun mit dem horizontalen
Positionseinsteller (12) die Kurve so, dass
der positivste Punkt des Signals durch die
vertikale Mittellinie führt. In der Abbildung 9-
5 beträgt die Strecke zwischen
Extremwerten 6,6 Rasterteilungen (DIV).
3.) Für die Berechnung der Spannung sind
mehrere Parameter von Bedeutung.
auf welchen Wert ist die Eingangs-
empfindlichkeit (17) geschaltet?
wie ist die Tastkopfeinstellung (1/1 oder
10/1)?
Die Beispiele zeigen, wie ein und dasselbe
Schirmbild zu unterschiedlichen Messer-
gebnissen führen kann.
0
Spitze-Spitze Spannung 6,6 DIV
Abbildung 9-5
Beispiel 1
Die Vertikalempfindlichkeit ist auf 5 mV/DIV
eingestellt, der vertikale Feineinsteller (15)
steht in Position CAL. Der Tastkopf ist auf
direkten Betrieb (1/1) geschaltet. Die Spitze-
Spitze Spannung Uss
beträgt:
Uss = 6,6 DIV x 5 mV/DIV = 33 mV
Beispiel 2
Die Vertikalempfindlichkeit ist auf 0,5 V/DIV
eingestellt, der vertikale Feineinsteller (15)
steht in Position CAL. Der Tastkopf ist auf
Teilerbetrieb (10/1) geschaltet. Als Ergebnis
erhalten wir:
Uss = (6,6 DIV x 0,5 V/DIV) x 10 = 33 V
Für sinusförmige Spannungen gelten noch
folgende Beziehungen:
Einfache Spitzenspannung U
U
S
SS
=
2
Effektivspannung U
U
eff
SS
=
2 2
Tip
Je nach Größe des Signals kann es
vorkommen, dass in einer Schalterstellung
die Ablenkung zu klein ist und in der
nächsten über den sichtbaren Bereich
hinaus abgelenkt wird. Um einen
Zwischenwert der Vertikalablenkung zu
schaffen, gehen Sie vor, wie im Abschnitt
Gleichspannungsmessung beschrieben.
Trennen Sie den Tastkopf vom Messobjekt.
Bringen Sie die Vertikalablenkung in Stellung
0,1V/DIV (der Einsteller VOLT VAR (15)
muß sich in Stellung CAL befinden) und die
Horizontalablenkung in Stellung 0,1 ms/DIV.
Klemmen Sie die Tastkopfspitze an den
Kalibratorausgang. Die Amplitude des
Kalibratorsignals beträgt 0,5 V. Das
abgebildete Signal ist demzufolge 5 DIV
hoch. Verkleinern Sie nun mit dem Variable
Einsteller auf 2,5 DIV Signalamplitude.
Verändern Sie die Einstellung von Variable
nicht mehr. Die Vertikalempfindlichkeit
beträgt nun nicht mehr 0,1V/DIV sondern
0,2V/DIV. Diese Verdopplung gilt auch für
die anderen Bereiche.
Verbinden Sie nun wieder den Tastkopf mit
dem Messobjekt und ermitteln Sie den
Messwert unter diesen Voraussetzungen.