Manual

26
Ein Reverb-Preset mit dem VSS™-Algorithmus erstellen
Der folgende Abschnitt ist eine allgemeine Einleitung zur Arbeit mit dem VSS™-
Algorithmus. Er dient in erster Linie zur ersten Orientierung.
Beim VSS-Algorithmus spielt die Beziehung zwischen Erstreflexionen und Hallfahne eine
wesentliche Rolle. Mit den entsprechenden Parametern (»Early Lev« – Lautstärke der
Erstreflexionen und »Rev Lev« – Lautstärke der Hallfahne) haben Sie erheblichen Einfluß auf das
resultierende Klangbild.
Wenn Sie ein Preset erstellen, sollten Sie so vorgehen:
Im Mix-Modus regeln Sie den »Rev Lev«-Wert zunächst ganz herunter und stellen den MIX
Level-Wert dann zwischen 60% und 70% ein. Wenn Sie nur das Effektsignal verwenden
(Einstellung »100%« für den Mix-Parameter auf der I/O-Seite), ziehen Sie die Return-Fader des
M3000 an Ihrem Mischpult entsprechend auf (siehe hierzu Seite 15: »I/O – Die Signal-Seite«).
Verändern Sie dann die Early Type- und Early Size-Parameters des Presets, bis Sie eine zu
Ihrem Quellsignal passende Raumform gefunden haben.
Justieren Sie das Verhältnis von trockenem und Effektsignal, bis ein überzeugender Eindruck
entsteht, und erhöhen Sie dann die Lautstärke der Hallfahne mit dem Rev Lev-Parameter.
Erhöhen Sie die Lautstärke soweit, daß Erstreflexionen und Hallfahne überzeugend »ineinander
greifen«.
Stellen Sie die Ausklingzeit für die Hallfahne ein.
Bei manchen Presets werden Sie sich vielleicht entscheiden, wenige oder gar keine Erstreflexionen
zu nutzen. Andererseits kommen manche »Ambience«-Programme ohne große Hallfahne aus. Die
Entscheidung liegt bei Ihnen.
Bei der Entwicklung des M3000 wurde großer Wert auf einen absoluten sauberen und weichen
Verlauf der Hallfahne gelegt. Aber letzten Endes sind es die Erstreflexionen, die über die
»Persönlichkeit« eines Raums entscheiden. Experimentieren Sie also mit beiden Komponenten!
Durch die korrekte Anwendung der genannten Parameter werden Sie schon bald zu überzeugenden
und überwältigend räumlich wirkenden Presets kommen, ohne daß Ihre Aufnahmen verwaschen
klingen.
Anmerkung: Bei kleinen Raumgrößen und dementsprechend kurzen Ausklingzeiten muß der
Pegelunterschied zwischen Erstreflexionen und Hallfahne etwa 4 dB oder mehr betragen, um uner-
wünschte »Slap«-Effekte zu vermeiden.
Optimaler Einsatz der Erstreflexionsmuster des M3000
Erstreflexionen definieren in erster Linie die Charakteristik eines Raumes, während die folgende
Hallfahne weniger definiert ist. Die meisten Erstreflexionsmuster des M3000 sind Nachbildungen
real existierender Räume und umfassen eine Vielzahl (d.h., 40 bis 100) Reflexionen, die von einem
sehr komplexen Algorithmus realisiert werden.
Es steht eine Reihe verschiedener Raumtypen und -größen zur Verfügung, die eine größtmögliche
Zahl von Anwendungen in der Musikproduktion und im Post Production-Bereich abdecken.
Da die Erstreflexionsmuster des M3000 Simulationen echter Räume sind, stehen die
Erstreflexionen in einem klanglichen und räumlichen Verhältnis zum bearbeiteten Signal. Sie soll-
ten daher die Vorverzögerung (Predelay) sorgfältig dosieren, da ein zu langes Predelay den räum-
lichen Eindruck regelrecht zusammenbrechen läßt. Wenn Sie den bekannten »Slapback«-Effekt
erzielen wollen, sollten Sie hierfür mit dem Rev Delay-Parameter die Hallfahne verzögern und die
Erstreflexion etwas zurücknehmen.
VSS™ – EINE EINLEITUNG
26