Information
Kabel GmbH
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Lise-Meitner-Straße 9
I
D-50259 Pulheim
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www.oehlbach.com
„Mit seiner USB-Bridge steigt Oehlbach
spektakulär in den mobilen Audiomarkt ein.
Das Gerät ist zwar ultrakompakt, soll aber auch
unterwegs für ganz großen Sound sorgen. Im
Test tat sich der Micro-DAC dann auch noch
als überraschend guter Kopörer-Verstärker
hervor.
Was braucht es um unterwegs auf Reisen
Musik in höchster Qualität genießen zu
können? Einen Kopörer natürlich. Dann noch
einen Player. Da der ja eigentlich in jedem
Smartphone integriert ist und wohl auch jeder
Leser des lite-magazin ein Smartphone besitzt,
könnte der Artikel hier zu ende sein. Ist er
aber nicht. Und das aus gutem Grund, denn
man kann zwar mit seinem Telefon durchaus
Musik hören, das volle Potential hochwertiger
Kopörer schöp man damit aber kaum aus.
Bliebe als Alternative also ein portabler (und
hochpreisiger) Musikplayer, der möglichst auch
hochauflösende Formate wiedergibt. Oder halt
das Notebook, so eines hat schließlich auch fast
jeder. Zwar sind die klanglichen Fähigkeiten des
integrierten Kopöreranschlusses auch hier
o arg limitiert, doch es gibt Abhilfe. Und zwar
in Form der kleinen Oehlbach USB Bridge, die
das klangliche Maximum aus jedem Notebook
holen soll.
OEHLBACH IM WANDEL DER ZEIT
Ursprünglich als Kabelspezialist gestartet,
erweitert das mittlerweile über vierzig
Jahre bestehende Unternehmen Oehlbach
sein Sortiment seit zwei Jahren auch um
kleinere elektronische Geräte für allerlei
Anwendungen rund um gutes Bild und den
guten Ton. Dabei wird natürlich ein ebenso
hoher Qualitätsanspruch verfolgt, wie bei
der bekannten Kabelkollektion. So dure ich
selbst mich schon von den hervorragenden
Qualitäten des Phonovorverstärkers „Oehlbach
XXL Phono PreAmp Ultra“ überzeugen und
der „Falcon HD“, eine kabellose Lösung zum
übertragen von HD-Signalen wurde von
unserem Bildspezialisten Michael B. Rehders
getestet und für sehr gut befunden. Kein
Wunder also, dass auch die kleine, auf den
ersten Blick eher unscheinbare USB Bridge
unser Interesse weckte, die ich mir mal ganz
genau angesehen habe.
KOMPAKTER REISEBEGLEITER
Als Reisebegleiter ist der Oehlbach
Kopörerverstärker Schrägstrich
Digital-to-Analog-Converter (kurz DAC)
selbstverständlich besonders kompakt
ausgefallen und sieht dadurch dem typischen
USB-Stick, zumindest auf den ersten Blick,
zum Verwechseln ähnlich. Bei genauerem
Hinsehen gibt der Kopörerausgang auf
der Rückseite aber Aufschluss über die
eigentliche Funktion des Geräts. Nämlich
die vom Computer ankommenden, digitalen
Musikdaten auf höchstem Niveau in analoge
Signale zu wandeln und sie anschließend so
stark zu machen, dass sie Kopörer jeglicher
Art mühelos antreiben können. Anders als die
optisch ähnlichen Speichermedien ist der kleine
Verstärker allerdings deutlich hochwertiger
verarbeitet: Das Gehäuse besteht zum großen
Teil aus Aluminium und kühlt so die Elektronik.
Wichtig, denn der USB Bridge DAC wird im
Betrieb dann doch fast handwarm. Unter einer
soliden Abdeckung auf der Vorderseite befindet
sich der bekannte USB-Stecker, der, passend
zum hochwertigen Anspruch des kleinen
DACs, natürlich vergoldet ist und dadurch
einen besonders langlebigen und niedrigen
Kontaktwiderstand gewährleistet. Falls ihr
Notebook über zwei direkt nebeneinander
platzierte USB-Anschlüsse verfügt, ist möglich,
dass die USB Bridge den nicht verwendeten
Port teilweise verdeckt und so unbrauchbar
macht. Hier hat Oehlbach vorgesorgt und
der schicken Verpackung ein kurzes USB-
Verlängerungskabel beigelegt, das Abhilfe
schat und den anderen Port wieder benutzbar
macht.
WOFÜR EIGENTLICH EIN DAC/
KOPFHÖRERVERSTÄRKER?
Bevor es nun in den Praxistest geht, ein paar
Infos zum Verständnis, was ein DAC überhaupt
bringt, wenn die Musikwiedergabe doch auch
ohne ein solches Gerätchen funktioniert. Die
Erklärung ist schnell gegeben, denn die USB-
Bridge wurde als „Klangverbesserer“ in erster
Linie für den Einsatz mit dem Laptop oder dem
Festrechner entworfen, schließlich ersetzen
diese Geräte in immer mehr Haushalten den
Aufgabenbereich der klassischen HiFi-Anlage.
Doch selbst für Besitzer einer stattlichen
Musiksammlung und ordentlicher Kopörer
bzw. Aktivlautsprecher, die die auf dem
Rechner abgelegten Tracks in Hörschall
wandeln sollen, ist die Begeisterung über diese
neue, praktische Form der Musikwiedergabe
omals nur von kurzer Dauer. Laptop, Netbook
oder Computer verfügen nämlich in der Regel
kaum über Audiodekoder, die in der Lage sind,
die ihnen anvertrauten Musikdateien klanglich
adäquat zu verarbeiten. Trotz Zuspielung
hochaufgelöster Musikstücke und des Einsatzes
anspruchsvoller Headphones ist das Ergebnis
dann omals eher enttäuschend und die Freude
am Genuss der eigenen Musiksammlung
schnell dahin. Und hier kommt dann die kleine
USB Bridge aus dem Hause Oehlbach zum
Einsatz. Diese soll, wie Eingangs kurz erwähnt,
die aus dem Rechner strömenden Signale
nämlich nicht nur entsprechend wandeln,
sondern auch noch verstärken. Die USB
Bridge ist also auch ein Kopörerverstärker.
Da tut sich gleich die nächste Frage auf:
„Kopörerverstärker, wofür?“ Auch hier ist
die Antwort schnell gegeben, denn genau
wie ein Lautsprecher stellt ein Kopörer für
seine Quelle eine „Last“ dar. Allerdings mit
einer deutlich größeren Variablen, mitunter
unterscheidet sich die Leistungsaufnahme
aktuell erhältlicher Headphones um deutlich
über Faktor 100. Entsprechend hält der Markt
heute unterschiedlichster „hochohmiger“
und „niederohmiger“ Kopörer bereit, die
unterschiedlichste Spannungspegel einfordern.
Ist selbiger etwas höher (was diverse, durchaus
sinnvolle und nachvollziehbare Gründe haben
kann), gelangen Zuspieler wie Laptop, Tablet
und auch viele mit einem handelsüblichen
Kopörerausgang ausgestattete HiFi-
Systeme schnell an ihre Grenzen. Da sie für
die individuellen Anforderungen bzw. die
höhere Spannungsversorgung schlichtweg
nicht ausgelegt sind, neigt der Sound – gerade
unter etwas höheren Lautstärkepegeln – dann
schnell dazu zu verzerren. Eine Tatsache, die
einem mitunter dann sogar schnell den Spaß
am brandneuen Kopörer nimmt (der beim
Fachhändler höchstwahrscheinlich an einem
entsprechenden Verstärker vorgeführt wurde).
Ein Problem, das es durch den Einsatz eines
Kopörerverstärkers zu beheben gilt.
OEHLBACH USB BRIDGE IM SOUNDCHECK
Nun aber endlich in den HiFi-Test. In diesem
wandelte der DAC neben der üblichen CD-
Auflösung von 44.1kHz/16Bit übrigens auch
audiophile Formate bis 96kHz/24Bit und sogar
die etwas exotischeren 1 Bit-Signale Direct-
Stream-Digital (DSD), wie sie beispielsweise
auf Super Audio-CDs gespeichert sind.
Letzteres konnte ich mangels Musik-Materials
leider nicht ausprobieren. Ersteres schon
und ich war zugegebenermaßen erstaunt
von dem Ergebnis. Alle drei Kopörer, die
ich an der USB Bridge betrieb, profitierten
teilweise extrem gegenüber dem „normalen“
Anschluss am Kopörerausgang. Besonders
beeindrucken war der klangliche Zuwachs bei
einem relativ günstigen On-Ear Kopörer von
Pioneer, der zwar auch am Kopörerausgang
schon eine ganz gute Figur macht, an der USB
Bridge dann aber nicht wiederzuerkennen
war. Am deutlichsten zeigten sich die
Unterschiede in meinem Praxis-Check in der
Hochtonwiedergabe. So wirkte Bob Dylans
Mundharmonika auf „Blonde On Blonde“
über den USB Bridge wiedergegeben deutlich
weniger scharf dafür besser konturiert, als es
direkt am Kopörerausgang des MacBooks
der Fall war. Gleichzeitig gelang es dem
kleinen Oehlbach-Modul besonders bei hoher
zugelieferter Auflösung auch feinste Nuancen
im Klanggeschehen herauszuarbeiten. Allein
für diese Performance lohnt schon der Kauf des
vergleichsweise preisgünstigen Klangboosters
aus Pulheim. Beim deutlich teureren AKG
Studio-Kopörer, der schon von Haus aus
ziemlich ausgewogen und detailliert klingt,
waren die Unterschiede hingegen etwas
subtiler. Zeitweise hatte ich dennoch das
Gefühl, dass der USB-Verstärker dem – bei
AKG Kopörern tendenziell eher schlankeren
– Bass ein wenig auf die Sprünge geholfen
hat und so für eine sattere Musikwiedergabe
sorgte. Grundsätzlich jedenfalls schien das
Zuhören, auch über längere Zeiträume und bei
gelegentlich sehr hoher Lautstärke, deutlich
leichter zu fallen. Das gesamte Klangbild
erschien entspannter, natürlicher und
irgendwie richtiger. Eine Performance, die auch
während längerer Hörsessions Begeisterung
auommen lässt – ohne zu nerven oder zu
ermüden. Apropos Lautstärke: In Kombination
mit allen getesteten Kopörern hatte der
kleine Oehlbach-Verstärker mehr Reserven
als ich, spätestens bei zwei Dritteln des
möglichen Pegels war in Sachen Lautstärke für
mich nämlich definitiv Schluss mit Lustig. Bis
dahin aber keine Spur von Verzerrungen oder
Anstrengung, das Klangbild blieb genau so
natürlich, wie bei niedrigen Lautstärken.
FAZIT
Gute Musik über Kopörer in hoher Qualität
genießen ist mit der Oehlbach USB-Bridge
ist ganz einfach: Einstecken, Play-Taste
drücken, Musik hören. Egal ob zuhause oder
unterwegs, der kleine Oehlbach-Verstärker
mit integriertem DAC holt ein klangliches
Maximum aus jedem Windows- oder OS
X-Notebook heraus, ohne selbst viel Platz
in Anspruch zu nehmen. Insbesondere
hochwertigere Kopörer profitieren von der
besseren Verstärkung und der akkurateren
Digital/Analog-Wandlung. Zum Preis von 149
Euro ist die kleine Oehlbach USB Bridge daher
eine durchaus lohnens- und empfehlenswerte
Investition, wenn Sie regelmäßig Musik über
Kopörer hören.“


