User manual

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Ein Beispiel: Wenn eine Note auf einer Orgel gespielt wird, erreicht sie quasi sofort die maxi-
male Lautstärke, wenn die Taste gedrückt wird. Der Ton bleibt so lange konstant laut, bis die
Taste losgelassen wird. Dann fällt die Lautstärke sofort auf null.
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN
RATE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN TIME
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
FILTER-
CUTOFF
Bei einer Note, die auf einem Klavier gespielt wird, steigt die Lautstärke ebenfalls sofort auf das
Maximum, fällt dann jedoch allmählich auf null, selbst wenn die Taste gedrückt gehalten wird.
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN
RATE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN TIME
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
FILTER-
CUTOFF
Bei der Simulation von Streichern auf einem Synthesizer wird die volle Lautstärke erst
allmählich erreicht, nachdem die Taste gedrückt wird. Die maximale Lautstärke wird so lange
beibehalten, bis die Taste losgelassen wird. Dann fällt die Lautstärke langsam auf null.
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN
RATE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN TIME
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
FILTER-
CUTOFF
Bei einem analogen Synthesizer wird die Veränderung des Klangcharakters einer klingenden
Note mit Hilfe eines sogenannten Hüllkurvengenerators (Envelope Generator) erreicht.
MiniNova verfügt über sechs Hüllkurven, die als Env 1 bis Env 6 bezeichnet werden. Hüllkurve
1 (Env 1) ist immer mit dem Verstärker (Amplifier) verbunden, der die Amplitude jeder
gespielten Note, d. h. die Lautstärke des Klangs, kontrolliert.
Jede Hüllkurve besitzt vier Parameter, die den Verlauf der Hüllkurve bestimmen.
Attack-Zeit (Attack Time)
Mit diesem Parameter wird die Zeit eingestellt, die vom Drücken der Keyboard-Taste bis zum
Erreichen des maximalen Wertes vergeht. Hiermit können z. B. langsame Einblendungen
erzeugt werden.
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN
RATE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN TIME
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
FILTER-
CUTOFF
Decay-Zeit (Decay Time)
Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die bei einer gehaltenen Note vergeht, bis die Anfangs-
lautstärke auf den eingestellten Sustain-Wert fällt.
Sustain-Pegel (Sustain Level)
Im Gegensatz zu den anderen Hüllkurvenparametern steuert Sustain einen Pegel und keine
Zeitdauer. Dieser Pegel bestimmt bei einer gehaltenen Note den Wert der Hüllkurve nach
Ablauf der Decay-Zeit.
Release-Zeit (Release Time)
Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die vergeht, bis nach dem Loslassen einer Taste die
Lautstärke vom Sustain-Pegel auf null fällt. Hiermit können z. B. langsame Ausblendungen
erzeugt werden.
Üblicherweise besitzt ein Synthesizer mindestens eine, meist aber mehrere Hüllkurven. Eine
Hüllkurve ist immer dem Verstärker (Amplifier) zugewiesen, um der gespielten Note ihre „Form“
zu verleihen. Zusätzliche Hüllkurven können zur dynamischen Steuerung verschiedener Para-
meter aus allen Sektionen des Synthesizers verwendet werden.
MiniNovas zweite Hüllkurve (Env 2) wird zur Steuerung der Filter-Cutoff verwendet, womit eine
gespielte Note einen Verlauf der Klangfarbe erhält.
MiniNovas Hüllkurven 3 bis 6 (Env 3 – Env 6) können für spezielle Anwendungen genutzt
werden, wie etwa der Modulation des Wavetable-Indizes oder der Effektpegel.
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN
RATE
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY
RELEASE
SUSTAIN
SUSTAIN TIME
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
LAUTSTÄRKE
ATTACK D E CAY RELEASE
SUSTAIN
ZEIT
TASTE "AN" TASTE "AUS"
FILTER-
CUTOFF
LFOs
Die LFO-Sektion eines Synthesizers gehört ebenso wie die Hüllkurven zu den Modulatoren.
Diese sind kein eigentlicher Teil der Klangsynthese an sich, sondern dienen zur Veränderung,
also der Modulation der verschiedenen Sektionen des Synthesizers. Ein LFO kann beispiels-
weise die Tonhöhe eines Oszillators oder die Einsatzfrequenz des Filters steuern.
Die meisten Musikinstrumente erzeugen Klänge, die während des zeitlichen Verlaufs sowohl in
der Lautstärke als auch in der Tonhöhe sowie im Klang variieren. Manchmal sind die Variatio-
nen eher subtil, aber sie tragen trotzdem wesentlich zum Charakter des Klangs bei.
Während eine Hüllkurve bei einer gespielten Note eine einmalige Modulation erzeugt, modu-
lieren LFOs im wiederholenden Zyklus einer Wellenform oder eines bestimmten Musters. Wie
bereits erwähnt, erzeugen Oszillatoren konstante Wellenformen, welche die Form eines Sinus
oder Dreiecks etc. haben können. LFOs erzeugen Wellenformen auf ähnliche Weise, aber
normalerweise bei einer Frequenz, die unterhalb der Hörgrenze liegt. Die Abkürzung LFO steht
für „Low Frequency Oscillator“, was so viel wie niederfrequenter oder langsam schwingender
Oszillator bedeutet.
Wie die Hüllkurven können die vom LFO erzeugen Wellenformen dazu genutzt werden,
bestimmte Sektionen des Synthesizers zu steuern und somit gezielte Veränderungen oder
„Bewegungen“ im Klang zu erzeugen.
MiniNova besitzt drei unabhängige LFOs, welche verschiedene Synthesizerparameter mit
unterschiedlichen Geschwindigkeiten gleichzeitig modulieren können.
Eine typische LFO-Wellenform ist die Dreiecks-Wellenform.
ZEIT
PITCH
(TONHÖHE)
Stellen Sie sich vor, diese sehr tiefe Frequenz wird bei der Tonhöhensteuerung eines
Oszillators eingesetzt. Das Ergebnis wäre ein langsames Ansteigen und Abfallen der ursprüng-
lichen Tonhöhe. Das wäre vergleichbar mit einem Violinisten, der eine Saite streicht und dabei
seinen Finger darauf auf und ab bewegt. Dieses leichte Auf und Ab der Tonhöhe wird
gemeinhin als „Vibrato“ bezeichnet.
In einem anderen Fall, wenn das gleiche LFO-Signal die Einsatzfrequenz des Filters moduliert,
entsteht ein charakteristischer „Wah-Wah“-Effekt.
Bei der Verwendung von LFOs zur Modulation verschiedener Synthesizerparameter können
zusätzlich auch die Hüllkurven als Modulatoren eingesetzt werden. Es ist also ganz klar: Je
mehr Oszillatoren, Filter, Hüllkurven und LFOs ein Synthesizer besitzt, desto leistungsfähiger
und flexibler ist er.
Zusammenfassung
Die Klangerzeugung bzw. -bearbeitung (Modulation) eines Synthesizers kann in fünf Hauptbe-
standteile unterteilt werden:
1. Oszillatoren, die Wellenformen mit unterschiedlichen Tonhöhen generieren.
2. Ein Mixer, der die Ausgänge der Oszillatoren zusammenführt.
3. Filter, die bestimmte Obertöne unterdrücken und den Klangcharakter verändern.
4. Ein Verstärker, der von einer Hüllkurve gesteuert wird und somit die Lautstärke eines
Klangs verändert, während er gespielt wird.
5. LFOs und Hüllkurven, welche die oben genannten Parameter modulieren können.
Es bereitet viel Vergnügen, mit den werksseitigen Klangprogrammen eines Synthesizers zu experi-
mentieren und neue eigene Sounds zu kreieren. Praktische Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen.
Das Experimentieren mit den vielen Parametern im MiniNova wird eventuell zu einem besseren
Verständnis der Materie führen und Ihnen dabei helfen, neue Klänge zu erschaffen. Jetzt, wo Sie
wissen, welche Parameter Sie mit den Reglern und Schaltern des MiniNova steuern können, wird
Ihnen das Schaffen neuer Sounds viel leichter fallen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!