User manual

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Neun Wellenformen bilden einen Wellensatz
Ringmodulation
Ein Ringmodulator ist ein Klangerzeuger, der Signale von zwei Oszillatoren im MiniNova mitein-
ander multipliziert. MiniNova verfügt über zwei Ringmodulatoren, wobei einer die Oszillatoren 1
und 3 und der andere die Oszillatoren 2 und 3 als Signalquellen nutzt. Das Resultat hängt von
den verschiedenen Frequenzen und dem Obertongehalt der beiden Oszillatorsignale ab und
beinhaltet die Summen- und Differenzfrequenzen ebenso wie die Frequenzen der Ursprungs-
signale.
Der Mixer
Zur Erweiterung der Klangmöglichkeiten bieten Analogsynthesizer üblicherweise mehr als
einen Oszillator. Wenn mehrere Oszillatoren gemischt werden, entstehen mitunter sehr
interessante harmonische Mixturen. Ebenso ist es möglich, durch leichtes Verstimmen der
Oszillatoren gegeneinander einen sehr warmen, runden Klang zu erzeugen. Der Mixer im Mi-
niNova erlaubt das freie Mischen der drei unabhängigen Oszillatoren, des separaten Rausch-
Oszillators und der beiden Ringmodulatoren.
Der Filter
MiniNova ist ein subtraktiver Synthesizer. Subtraktiv impliziert bereits, dass ein Teil des Klangs
im Syntheseprozess subtrahiert, also abgezogen wird.
Die Oszillatoren liefern rohe Wellenformen mit einem breiten Obertongehalt. Der Filter kann
nun kontrolliert bestimmte Obertöne subtrahieren.
MiniNova bietet 14 Filtertypen, wobei es sich um verschiedene Varianten der drei grundsätz-
lichen Filterarten Tiefpass (Low Pass), Bandpass (Band Pass) und Hochpass (High Pass)
handelt. Einen Tiefpassfilter findet man eigentlich in allen Synthesizern. Bei einem Tiefpassfilter
werden ab der eingestellten Filterfrequenz (Cutoff-Frequenz) alle darunter liegenden Frequenzen
des Oszillatorsignals durchgelassen (sie können passieren), während die Frequenzen oberhalb
weggefiltert werden. Die Einstellung der Filterfrequenz bestimmt also, welche Frequenzanteile
entfernt werden. Durch das Entfernen bestimmter Obertöne von der Wellenform ändert sich die
Klangfarbe. Wenn der Wert der Filterfrequenz auf ein Maximum eingestellt wird, ist der Filter
komplett „geöffnet“ und es werden keine Frequenzanteile vom Oszillatorsignal entfernt.
In der Praxis werden bei einem Tiefpassfilter die Obertöne oberhalb der Filterfrequenz
allerdings nicht abrupt abgeschnitten, sondern allmählich abgesenkt. Wie intensiv diese
Absenkung erfolgt, hängt von der Flankensteilheit (Filter Slope) ab. Die Flankensteilheit wird
als „Lautstärkewert pro Oktave“ angegeben. Da die Lautstärke in Dezibel gemessen wird,
bezeichnet man die Flankensteilheit gewöhnlich mit X Dezibel pro Oktave (dB/Okt.). Typische
Werte sind 12 dB/Okt. und 24 dB/Okt. Umso höher der Wert ist, desto stärker werden die
Obertöne über der Filterfrequenz unterdrückt und desto ausgeprägter ist der Filtereffekt.
Ein weiterer wichtiger Filterparameter ist die Resonanz. Der Bereich um die Filter-Einsatz-
frequenz kann mit der Filterresonanz in der Lautstärke angehoben werden. Das kann zur
Betonung eines bestimmten Frequenzbereiches im Klang genutzt werden.
Wenn die Resonanz erhöht wird, entsteht ein pfeifendes Geräusch, das zum Klang hinzuge-
fügt wird. Bei sehr hohen Werten erzeugt die Resonanz eine so genannte Eigenschwingung
(Selbstoszillation), wenn das Filter durch ein Signal angeregt wird. Der daraus resultierende
Ton ist im Grunde genommen ein Sinus, dessen Tonhöhe von der Einstellung der Filterfrequenz
(Filter Cutoff) abhängt. Die von der Resonanz erzeugte Sinus-Wellenform kann bei Bedarf als
zusätzliche Klangquelle genutzt werden.
Das nachfolgende Diagramm veranschaulicht die Wirkungsweise eines typischen Tiefpasses.
Die Frequenzen oberhalb der Filter-Einsatzfrequenz (Cutoff) werden in der Lautstärke abgesenkt.
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Wenn die Resonanz erhöht wird, werden die Frequenzen um die Einsatzfrequenz angehoben.
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Neben dem traditionellen Tiefpassfilter gibt es auch Hoch- und Bandpassfilter. Die Art des
Filters wird mit dem Parameter Filter Type ausgewählt.
Der Hochpassfilter (High Pass) ist dem Tiefpassfilter sehr ähnlich, arbeitet aber genau
gegensätzlich, sodass die Frequenzen unterhalb der Einsatzfrequenz unterdrückt werden.
Frequenzen oberhalb der Einsatzfrequenz können den Filter passieren. Wenn der Wert der
Filterfrequenz auf null gestellt wird, ist der Filter komplett „geöffnet“ und es werden keine
Frequenzanteile vom Oszillatorsignal entfernt.
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Bei einem Bandpassfilter wird lediglich ein schmales Frequenzband um den Einsatzbereich
herum vom Filter durchgelassen. Frequenzen oberhalb und unterhalb dieses Bandes werden
unterdrückt. Es ist nicht möglich, diesen Filtertyp vollständig zu öffnen, um alle Frequenzen
passieren zu lassen.
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Lautstärke
Lautstärke
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Frequenz
Cutoff-
Frequenz
Hüllkurven (Envelopes) und Verstärker (Amplifier)
In den vorangegangenen Absätzen wurde auf die Tonhöhe und die Klangfarbe eingegangen.
Der nächste Teil beschäftigt sich mit der Steuerung der Lautstärke eines Klangs. Die Lautstär-
ke eines musikalischen Klangs variiert, abhängig vom verwendeten Instrument, während seines
Verlaufs oft sehr stark.
OSC 1
LAUTSTÄRKE OSC 1
LAUTSTÄRKE OSC 2
LAUTSTÄRKE OSC 3
KOMPLEXE
WELLENFORM-
MISCHUNG VON
OSC1, 2 UND 3
MIXER
EINGANG
ZUM FILTER
OSC 2
OSC 3