Operation Manual
Über Boot-fähige Disks
Nero Burning ROM
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6 Über Boot-fähige Disks
Mit Nero Burning ROM können Sie eine Boot-Disk erstellen, mit der der Computer gestartet
werden kann, ohne auf die Festplatte zugreifen zu müssen. Eine boot-fähige Disk wird
darum meist als "Rettungsanker" verwendet, um den Computer zu starten, wenn sich die
Festplatte nicht ansprechen lässt.
Boot-fähige Disks werden nach dem "El Torito"-Standard erstellt, einer Erweiterung der ISO-
9660-Norm, die den Aufbau von Datendisks bestimmt. Die Disk enthält ein Boot-Image und
einen ISO-Teil. Das Boot-Image enthält alle Dateien, die nötig sind, um das Betriebssystem
zu laden und den Computer zu starten. Der ISO-Teil kann beliebige Datendateien enthalten,
die Sie auf diese Weise sichern können.
6.1 Voraussetzung zum Booten
Damit ein Computer von Disk booten kann, muss im BIOS des Computers die
Startreihenfolge so eingestellt sein, dass zuerst das Laufwerk als Boot-Laufwerk
angesprochen wird (Startreihenfolge z.B. CD-ROM, C, A). Im Fall eines SCSI-CD-ROM-
Laufwerks muss dieses an einen SCSI-Adapter mit eigenem BIOS angeschlossen sein,
dessen Einstellungen entsprechend verändert werden können. (Dies funktioniert allerdings
nur, wenn keine IDE-Festplatten vorhanden sind, denn diese kommen in der Bootreihenfolge
vor dem SCSI-Adapter.)
Beim Booten von einer Disk kann nur ein Betriebssystem gestartet werden, das beim Booten
nicht auf das Medium schreibt – wie zum Beispiel "MS DOS" oder "Linux". Microsoft
Windows 2000 und Microsoft Windows XP schreiben beim Booten auf das Medium, von dem
gebootet wird. Da dies bei einer Disk nicht möglich ist, wird der Vorgang abgebrochen und
der Rechner kann nicht gestartet werden.
6.2 Vorlage für Boot-Disk
Die Vorlage zum Erstellen einer Boot-Disk kann für Nero Burning ROM entweder ein
logisches Laufwerk oder eine Image-Datei eines Laufwerks sein, die den Inhalt eines
Laufwerks Sektor für Sektor als Datei enthält. Ist die Vorlage für die Boot-Disk ein logisches
Laufwerk, so emuliert die Boot-Disk dieses beim Booten. Es gibt drei verschiedene
Emulationstypen:
Floppy-Emulation: Dabei wird zum Erstellen der Boot-Disk eine boot-fähige Diskette
benötigt. Beim Starten emuliert die Boot-Disk eine Diskette. Dabei verschieben sich die
Laufwerksbuchstaben so, dass Laufwerk A: der startbaren Disk entspricht. Die Größe
der Startdaten ist durch die Größe der Floppy-Disk (z.B: 1 MB) begrenzt.
Festplattenemulation: Dabei wird zum Erstellen der Boot-Disk ein startbares
Festplattenlaufwerk benötigt. Beim Starten emuliert die Disk das Laufwerk C. Alle
Laufwerksbuchstaben ab Laufwerk C verschieben sich dabei um eine Nummer nach
oben. Die Größe der Startdaten ist durch die Größe der CD (z.B. 700 MB) oder DVD
(z.B. 8,5 GB) begrenzt. Wenn Sie beispielsweise eine 200 GB Festplatte mit nur einer
(200 GB großen) Partition besitzen, können Sie keine Boot-Disk davon erstellen, ohne
zuvor Ihre Festplatte entsprechend neu zu partitionieren.










