Brochure

4 Katalog D 074440 01/06 Ausgabe 4 www.erni.com
Allgemeines
1983 begannen die Entwicklungen von Bussystemen für
industrielle Anwendungen. Genauer gesagt die Nutzung
serieller Datenübertragung war es, die den Durchbruch
brachte. Noch 1988 waren Feldbussysteme neu in der
Industrieautomation und Kunden mußten mühsam gewonnen
werden. Doch innerhalb kürzester Zeit haben sogenannte
Feldbussysteme in einem Maße Einzug gehalten, wie es sich
damals niemand hätte träumen lassen.
Dies war nur möglich, weil den Kunden ein klarer Produkt-
vorteil einfach bewußt gemacht werden konnte. Von jetzt an
mußte nicht mehr Gerät für Gerät und Signal für Signal
einzeln verdrahtet werden, sondern es konnten sogenannte
„Busknoten“ installiert werden, die untereinander mit einer
2 Draht-Leitung kommunizieren und die Befehle an die
Ein- bzw. Ausgangsmodule weitergeben können. Somit wur-
den Installationsaufwände und Fehlermöglichkeiten wesentlich
reduziert. Dazu kommen noch Features wie Ferndiagnose,
Parametrierung, Modularität, um nur einige zu nennen. Nach
einer Vielzahl von Feldbussen, die auf den Markt kamen, sind
einige schon fast wieder verschwunden. Durch sogenannte
Nutzerorganisationen, z.B. PNO (Profibus Nutzerorganisation),
CiA (CAN in Automation), SafetyBUS p (SafetyBUS Club) und
andere Marketingaktivitäten versuchen die großen Hersteller
von Steuerungen ihr System am Markt durchzusetzen.
Eine grundsätzliche Unterscheidung ist begründet in den ver-
schiedenen Vernetzungstopologien. So gibt es Strang (Linie)-,
Ring- oder Sternverdrahtungen. Alle haben ihre speziellen
Vor- und Nachteile. Auch Gerätehirarchien sind möglich:
Master-Slave Systeme oder Multi-Master Systeme.
Kennzeichnend für die Strangverdrahtung ist, dass am Ende
eines Stranges der Bus mit einem Widerstand „abgeschlos-
sen“ werden muß, um für die Kommunikation störende
Einflüsse wie Reflektionen zu vermeiden.
Geräte innerhalb des Stranges werden durch „weiterschlei-
fen“ verkabelt. Hier ist insbesondere die T-Funktion interes-
sant, die den Busbetrieb bei gezogenem Stecker ermöglicht.
ERNI konzentriert sich im Moment auf Profibus, CAN Bus
und SafetyBus p Varianten, wobei auch kundenspezifische
Lösungen z.B. für Bitbus, Interbus ... existieren.
Mittlerweile sind einige Bussysteme bereits international
genormt. In diesen Normen sind auch die sogenannten
Physical Layer definiert, die u.a. das Kabel, die Stecker und
die Kontaktbelegung festschreiben. Unterschiede gibt es
noch bezüglich der Schutzart. Abhängig davon werden unter-
schiedliche Steckverbinder empfohlen. Bei IP 20 wird von
„light duty“ und bei IP 65/67 von „heavy duty“ gesprochen.
ERNI bus interface connector, kurz ERbic
Die Schnittstellensteckverbinder der Serie ERbic für
verschiedene Bussysteme bieten verschiedene Merkmale
und Vorteile. Sie basieren auf D-Sub Interfacetechnik. Alle
ERbics haben kompakte Außenmaße. Es gibt Varianten mit
horizontalem und vertikalem Kabelabgang.
Es gibt sowohl reine Knoten- und reine Abschlussvarianten
als auch Knoten mit zuschaltbarem Abschlusswiderstand.
Der Knoten (ohne Abschlusswiderstände) wird innerhalb
eines Stranges verwendet, der Abschluss (mit Abschluss-
widerständen) am Ende des Stranges. Der Knoten mit
zuschaltbarem Abschlusswiderstand kann beliebig eingesetzt
werden. Der letzte wird lediglich durch Umlegen des
Schalters als Abschluss konfiguriert.
Die Gehäuse der reinen Abschlüsse sind farblich von den
Knoten unterschieden. So wird das Ende des Stranges sofort
erkannt.
Auch werden die Bussysteme farblich unterschieden. So
kann sich der Anwender in einer Anlage leicht zurechtfinden.
Die T-Funktion ist in allen ERbics realisiert. Ein Gerät kann
somit bei laufendem Busbetrieb ausgetauscht werden. Die
Typen mit zuschaltbarem Abschlusswiderstand eignen sich
vorallem für Kunden mit reduzierter Lagerhaltung bzw. bei
Errichtung, Erweiterung oder Umbau von großen Anlagen.
Bestimmte Typen sind bezüglich des Steckgesichtes rever-
sed, womit die Kabelabgangsrichtung bestimmt werden
kann. Dies wird durch eine spezielle Pinanordnung des
D-Sub Steckers erreicht.
Die Standardkabelabgangsrichtung ist aber auf die Geräte
der Marktführer abgestimmt und somit für Neukonstruktionen
vorzusehen.
Ein weiteres herausragendes Merkmal ist die Anschluss-
technik. Je nach Type sind ERbics mit Schraubklemmen,
Federzugklemmen oder auch Schneidklemmen erhältlich.
So ist z. B. der Anschluss nach dem Siemens FastConnect
Prinzip möglich.
Auch der Entwicklung der Feldbusse in Richtung sicherheits-
relevanter Anwendungen wird mit entsprechenden
Weiterentwicklungen der ERbic Serie genüge getan. Es gibt
eine Profibus Ex i Variante, die zusammen mit ABB entwickelt
wurde, oder einen SafetyBus p für die Fa. Pilz.
Alternativ zum Kunststoffgehäuse ist seit kurzem der neu ent-
wickelte ERbic MAX auf dem Markt. Dieser hat ein metallenes
Gehäuse und einen axialen Kabelabgang. Er ist besonders für
rauhe Umgebung geeignet und bietet Platzvorteile am
Feldgerät, wenn mehrere Schnittstellen vorhanden sind.
Das Metallgehäuse garantiert optimale EMV.