User's Manual

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Erste Schritte
In Bezug auf M/E-Mischer, einschließlich des ATEM, ist ebenfalls wissenswert, dass das Video in den
Programm- und Vorschaureihen technisch als Hintergrundvideo bezeichnet wird. Das ist so, weil Upstream-
bzw. Effekt-Keyer und Downstream-Keyer über diese Quelle gelegt werden. So können Sie Grafiken auf
die Keyer laden und sie mit dem Vorschauvideo sehen. Wenn die Keys aktiviert sind, ist das Overlay
über das Programmvideo gelegt zu sehen. Damit lassen sich sehr effektiv mehrere Ebenen anlegen.
Ein weiterer großer Vorteil des Betriebs im ATEM M/E-Stil liegt darin, dass Sie Keyer an einen
Übergang anbinden können. Konkret bedeutet das, Sie können bei der Durchführung eines Mix-
Übergangs auch mehrere Keyer gleichzeitig ein- und ausblenden. Das erlaubt Ihnen, eine Komposition
zu erstellen und sie dann vollumfänglich zu einer Zeit On-Air zu bringen. Hierfür dienen die Tasten
Next Transition bzw. Nächster Übergang. Sie können für normale Übergänge auch Background bzw.
Hintergrund auswählen oder einen oder mehrere Keyer selektieren, um sie auf Sendung zu schalten.
Auf dem Hardware-Bedienpult des ATEM Television Studio Pro HD können Sie sogar mehrere
Tasten drücken, um gleichzeitig mehrere Keys mit dem Hintergrund zu verknüpfen. Mit dedizierten
TIE-Tasten für Downstream-Keys lassen sich auch Downstream-Keyer an den Übergang knüpfen.
Da Downstream-Keyer ebenfalls über dedizierte CUT- und MIX-Tasten vergen, sind sie extrem
flexibel. Downstream-Keyer werden immer über alles andere einschließlich des Übergangs gelegt.
Also ein idealer Ort, um per Key-Füllsignal Info-Grafiken und Logos einzubringen.
Für das Ende Ihrer Liveproduktion ist es zudem praktisch, mit der Abblende (FTB bzw. Fade to Black)
eine dedizierte Steuerung für einen Mischübergang nach Schwarz zu haben. Die Fade-to-Black-
Steuerung auf der rechten Seite Ihrer Tastatur lässt Sie alles nach Schwarz blenden und hilft zu
vermeiden, dass versehentlich eine Ebene ausgelassen wird. Fade to Black liegt am äußersten Ende
der Bearbeitungskette und ermöglicht so ein sauberes Ausblenden aller Quellen.
Der letzte Teil eines Mischers im M/E-Stil ist der Auswahlbus. Dieser liegt über der Programmreihe
und erlaubt die Auswahl von Quellen zur Verarbeitung von Effekten und zu anderen Zwecken. Die
darüber angeordnete Beschriftung verdeutlicht, was geschaltet wird. Im Auswahlbus werden in der
Regel Key-Eingaben ausgewählt, er kann aber auch dazu verwendet werden, Makros direkt vom
Bedienpanel aus auszuführen.
Wie diese Kurzübersicht verdeutlicht, ermöglicht der Betrieb im M/E-Stil eine souveräne Liveproduktion,
da aktuelle Abläufe und der Mischerstatus in jeder Produktionsphase klar übersehbar sind.
Wer mit dem Betrieb im M/E-Stil vertraut ist, kann mit minimalem Umlernen zwischen verschiedenen
Produktionsmischermodellen hin und her wechseln, da alle auf die gleiche Weise arbeiten.
Was ist ein A/B-Direct-Mischer?
Wenn Sie schon lange mit Videomischern arbeiten, sind Sie mit dem A/B-Direct-Mischerstil
wahrscheinlich bereits vertraut.
A/B-Mischer verfügen über einen A-Bus und einen B-Bus. Einer der Busse ist der Programmbus,
der die aktuelle Programmausgabe mit einer roten Taste anzeigt. Der andere Bus ist der
Vorschaubus, der eine grüne Taste für Vorschauvideo aufweist. Wenn Sie den Blendenhebel nach
oben oder unten schieben, wechseln die Busse. Dabei folgt die rote Programmtaste der Griffposition
des Blendenhebels. In dieser Hinsicht ist die Arbeit mit A/B-Mischern einfach, weil die Tasten in der
gleichen Position erleuchtet bleiben und nur zwischen Grün und Rot hin und her wechseln.
Etwas unübersichtlicher sind A/B-Mischer allerdings, wenn Übergänge nicht per Blendensteuerung
ausgeführt werden. Wenn Sie Ihre Vorschauquelle mit der Taste CUT oder AUTO auf Sendung
bringen oder mehrere Software-Bedienpanel an Ihren Mischer angeschlossen sind, verbleibt der
Blendenhebel auf dem von Ihnen benutzten Bedienelement in unveränderter Position. Die rote
Programmausgabe folgt immer der Griffposition des Blendenhebels. Da Sie ihn nicht bewegt haben,
muss die rote Programmleuchte nun auf eine andere Taste in der gleichen Reihe wechseln und das
grüne Vorschaulicht muss auch auf eine andere Taste in seiner Reihe wechseln.
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