Manual

20 EUROLIGHT LC2412 Bedienungsanleitung
8.2 Digitale Steuerung per DMX512
8.2.1 Besonderheiten der digitalen Steuerung
Das EUROLIGHT LC2412 verfügt über eine moderne digitale Schnittstelle nach
dem DMX512 Digital Data Transmission Standard For Dimmers And Controllers,
der im April 1990 von der USITT Engineering Commission (United States Institute
for Theatre Tech nology, Inc.) festgelegt wurde. Da nahezu alle modernen
Geräte diesen Standard benutzen (wenn auch zum Teil mit unterschied lichen
Steckverbindungen), ist das EUROLIGHT LC2412 damit äußerst exibel einsetzbar.
Der große Vorteil der digitalen Steuerung liegt in der wesentlich einfacheren
Verkabelung, da hierbei nur eine einzige Leitung zur Übertragung der
Steuerdaten notwendig ist. Damit unter scheidet sich das DMX-System wesentlich
von der analogen Steuerung, bei der jeder einzelne Kanal über eine extra
Steuerleitung verfügen muss. Ein zweiter großer Vorteil besteht in der freien
Adressierbar keit der jeweiligen Empfänger über die Software. Auf diese Weise
bleibt Ihnen mühsames Umstecken der Kabelverbindungen erspart, wenn Sie
bestimmte Dimmer auf andere Kanäle legen wollen. Weitere Informationen
hierzu nden Sie unter Kapitel 8.2.2.
Format der Schnittstelle (EIA-485)
Der DMX512-Standard benutzt zur Datenübertragung den RS485 Interface-
Standard, der für seine Störsicherheit bekannt ist. Die Daten werden dabei
asynchron seriell mit einer Rate von 250 kBit/s übertragen, nacheinander für
jeden der ange schlossenen Dimmer (bis max. 512 Kanäle). Je mehr Dimmer
angeschlossen sind, desto länger ist das Zeitintervall bis zum nächsten Befehl an
diesen Kanal.
In der Praxis empfiehlt sich daher die Beschränkung der verwendeten
Kanäle, um eine maximale Refresh-Rate zu erzielen. Belegen Sie
also keine viel höheren Nummern als die Anzahl der tatsächlich
belegten Kanäle.
In Kombination mit dem DMX512-Standard können an einem Sender (LC2412)
biszu 32 Lasteinheiten betrieben werden. Eine Lasteinheit entspricht dabei einem
DMX512- bzw. RS485-Empfänger, wie er z. B. in einem Dimmerpack eingebaut ist.
Sollten Sie mehr als 32 Lasteinheiten betreiben wollen, empfehlen wir
die Verwendung von Signalverstärkern (Aufholverstärkern) und/oder
Signal-Splittern.
8.2.2 DMX-Kanäle zuweisen (Softpatch)
Softpatch bedeutet: Sie können einem Pultkanal bis zu drei DMX-Kanäle
zuweisen, die Sie frei wählen können.
Sie können jeden DMX-Kanal nur auf einen Fader zuweisen.
Ansonsten würden Sie bei ungleicher Fader-Einstellung
widersprüchliche Befehle erteilen.
Um die Leistungsfähigkeit von DMX512 und damit die des LC2412 transparent zu
machen, muss zwischen drei Arten von Kanälen klar unterschieden werden:
Pultkanäle
Die Kanäle Ihres LC2412 (= 24 + 2 Kanäle) sind 26 Wege, auf denen Sie Befehle
verschicken können. Was keinesfalls bedeutet, dass Sie nur 24 Scheinwerfer
bedienen können.
Dimmerkanäle (Dimmerkreise)
Die Dimmerpacks stellen den Leistungsteil des Licht steuerungssystems dar,
vergleichbar mit den Verstärkerendstufen einer PA-Anlage im Audiobereich.
Jeder Dimmerkanal ist einem DMX-Kanal zugeordnet, d. h. er kann nur von je
einem Kanal Befehle empfangen. Kann ein Dimmerkreis eine maximale Leistung
von z. B. 2,3 kW bewältigen, so können hier mehrere Lampen, Scheinwerfer usw.
angeschlossen werden (z. B. 4 x 500 W).
DMX-Kanäle
Ein DMX-Kanal besteht aus einer digital übertragenen Informationseinheit von
je 1 Byte (8 Bit), womit 256 verschiedene Informationen übertragen werden
können. Die Übertragung erfolgt sequentiell, d. h. vom Sender wird von Kanal 0
ausgehend jeder Kanal bis zum höchsten belegten Kanal durchgezählt und die
entsprechenden Informationen zugeteilt. Dann beginnt der Kreislauf von neuem.
Im ungünstigsten Fall (alle 512 Kanäle belegt) beträgt die Erneuerungsrate
44,1Hz. Daraus lässt sich einfach ableiten, dass Sie möglichst keine höhere
Nummer belegen, als die Anzahl der Kanäle, die Sie tatsächlich benötigen.
Bei 24 helligkeitsregulierbaren Kanälen, denen je 3 DMX-Kanäle zugeordnet
werden können, können also für diesen Zweck 72 DMX-Kanäle belegt werden.
Dazu kommen die zwei Spezialkanäle, die jeweils maximal 3 DMX-Kanäle
ein- und ausschalten können.
Um den einzelnen Pultkanälen die gewünschten DMX-Kanäle zuzuweisen
(oderauch die Zuweisung der Kanäle zu überprüfen), gehen Sie bitte die
folgenden Schritte durch:
1. Drücken Sie die Taste UTILITY 2.
Abb. 8.2: Display “DMX Patch 1”
2. Mit der SOFT A-Taste wählen Sie “DMX PATCH”.
Abb. 8.3: Display “DMX Patch 2
Oben links im Menü wird Ihnen der Pultkanal angezeigt, rechts die verbundenen
DMX-Kanäle. (Standardeinstellung ist 1:1. Beispiel: Pultkanal 01 ist verbunden
mit DMX-Kanal 000, Pultkanal 08 ist verbunden mit DMX-Kanal 07 usw.).
In der unteren Zeile ganz links steht der DMX-Kanal, daneben der Status
(NU (= Not Used) oder USE 1...512). Im Beispiel ist DMX-Kanal 000 verbunden
mitPultkanal 01.
3. Mit den Flash-Tasten wählen Sie erst den Pultkanal aus, dem Sie einen DMX-
Kanal zuweisen wollen (Kanäle 13-24: Wechseln in Upper-Modus, SPECIAL 1
(Kanal 25) und SPECIAL2 (Kanal 26) durch Drücken der Tasten (8) und (9)).
4. Mit dem DATA-Wheel wählen Sie einen DMX-Kanal aus.
Ist dieser DMX-Kanal bereits belegt, wird dies im Display zusammen mit
der betreenden Pultkanalnummer angezeigt. Wählen Sie den Pultkanal
an (Flash-Taste), und wählen Sie “OPEN” (SOFT B-Taste). Beginnen Sie
erneut bei Punkt 3. Alternativ können Sie auch einfach einen anderen
DMX-Kanal wählen.
5. Drücken Sie die SOFT A-Taste (Option “CONNECT”) und ver binden Sie damit
Pultkanal und DMX-Kanal. Wenn Sie mehrere DMX-Kanäle mit dem gleichen
Pultkanal verbinden wollen, wählen Sie einfach einen weiteren DMX-Kanal
aus und verbinden wie zuvor.
6. Kehren Sie mit der QUIT-Taste zum Hauptmenü zurück.