Manual
Table Of Contents
7 SUPER-X PRO CX2310 Bedienungsanleitung
3. Anwendungen
Um die Einstellungen an der SUPER-X PRO optimal vornehmen zu können,
benötigt man einige Hilfsmittel. Zur Einstellung der Übergangsfrequenzen
muss man wissen, welchen Frequenzbereich ein Lautsprecher-Stack abdeckt,
in welchem Bereich die Schallenergie linear abgestrahlt wird und wo sich
Einbrüche oder Anhebungen des Frequenzgangs benden. Zusätzlich hat
jeder Raum verschiedene Eigenschaften hinsichtlich Größe und Beschaenheit.
Dadurch wird ebenfalls das Klangverhalten stark beeinusst, da durch
Resonanzen und Reexionen unterschiedlicher Frequenzbereiche ebenfalls
Einbrüche und Anhebungen im Klangbild entstehen können. Um diese
Gegebenheiten zu erkennen und auszugleichen, braucht man die
geeigneten Geräte.
3.1 Werkzeuge
Zum Messen wird ein hochwertiges Mikrofon benötigt, dessen Frequenzgang
möglichst linear ist (z.B. das BEHRINGER Messmikrofon ECM8000),
mindestens jedoch im Bereich zwischen 90 Hz und 15 kHz. Dieses wird ca. 5 m
vor dem zu justierenden Lautsprechersystem und zwischen den Membranen der
zwei zu messenden Frequenzbänder aufgestellt. Bei der Einstellung der Pegel
für die einzelnen Frequenzbänder und der Übergangsfrequenzen mit Hilfe eines
Messmikrofons sollte nur jeweils ein Lautsprecher-Stack betrieben werden.
Um die einzelnen Einstellungen optimal vorzunehmen, müssen Sie das
Mikrofon für gewöhnlich umstellen. Im Zusammenhang mit einem
Messmikrofon und einem Generator, dessen Rosa Rauschen über einen
Eingang im Mischpult auf die PA gegeben wird, zeigt ein Analyzer die
Schallenergieverteilung auf den einzelnen Frequenzbändern (meist in
Terzbändern). Der BEHRINGER ULTRA-CURVE PRO DSP8024 Equalizer/Analyzer
ist dafür perfekt geeignet.
Wenn Sie sich den Gesamtklang der Anlage anhören, sollten Sie sich
im gesamten Publikumsbereich bewegen und auf Resonanzen und
Auslöschungen achten. Eine Klangoptimierung sollte auf die Hörposition
der Mehrzahl der Zuhörer vorgenommen werden, ohne dabei andere Stellen
zu vernachlässigen. Oft bedeutet dies, die Anlage mono zu betreiben.
Wann immer Sie technische Hilfsmittel (wie Analyzer, Messmikrofon etc.)
benutzen, sollten die erzielten Ergebnisse mit dem Gehör überprüft werden.
◊ Für eine eventuelle Beschädigung oder Zerstörung von Lautsprechern
durch unsachgemäße oder nicht fachgerechte Handhabung der
SUPER-X PRO insbesondere entgegen den ausdrücklichen Vorgaben
dieses Manuals übernimmt BEHRINGER keinerlei Haftung.
3.2 Einstellen der ein- und ausgangspegel
Beide Eingänge bieten eine Verstärkung bzw. Dämpfung von bis zu
12 dB. Normalerweise sind der Ausgangspegel des Mischpults und die
Eingangsempndlichkeit der Endstufe identisch, d.h. 0 dB am Mischpult
entsprechen 0 dB am Verstärker. Dies bedeutet eine Vollaussteuerung der
Endstufe. In diesem Fall sollte die SUPER-X PRO keine Auswirkung auf den
Systempegel haben und alle Eingangs- und Ausgangspegelsteller auf
0 dB stehen.
Wenn z.B. ein Homerecording- oder Discopult mit einem Arbeitspegel von
-10 dBV benutzt wird, die Endstufen hingegen +4 dBu zur Vollaussteuerung
benötigen, müsste dazwischen eine zusätzliche Verstärkung um 12 dB
stattnden. In diesem Fall sollte der INPUT-Regler der SUPER-X PRO auf
Maximum gestellt werden.
Die Ausgangspegel der einzelnen Bänder können um bis zu 6 dB angehoben bzw.
abgesenkt werden. Um einen geradlinigen Systemfrequenzgang zu erzielen,
sollten die Ausgangspegel mit Hilfe eines Analyzers eingestellt werden.
Zur Überprüfung der Übergangsfrequenzen und der Pegel werden alle Ausgänge
bis auf einen stummgeschaltet. Die Anlage wird mit Rosa Rauschen beschickt,
und zwar in einer angenehmen Lautstärke. Wenn Sie nun das benachbarte Band
einschalten, sollte sich der gemessene Pegel auf der Übergangsfrequenz um 3 dB
erhöhen. Dieser Vorgang wird für alle Übergangsfrequenzen wiederholt.
3.3 Problembehebung
Überprüfen Sie den kompletten Frequenzgang. In jedem Raum wird
der Frequenzgang des Lautsprechersystems durch Resonanzen und
unterschiedliche Reexionen stark verändert. Zu diesem Zeitpunkt
können Sie also noch keinen achen Frequenzverlauf erwarten; um den
zu erreichen, benötigen Sie einen Equalizer wie den ULTRA-CURVE PRO DSP8024
oder den ULTRA-GRAPH PRO GEQ3102. Achten Sie auf Einbrüche bei den
Übergangsfrequenzen! Wenn es vorkommen sollte, dass der Frequenzgang
sehr unregelmäßig ist, dann kann es sinnvoll sein, eine Begradigung mittels
der Frequenzweiche vorzunehmen, bevor ein Equalizer (EQ) zum Einsatz kommt.
Die Fehler auf der Übergangsfrequenz müssen dann mit dem EQ so gut wie
möglich kompensiert werden.
Wenn die Lautsprechermembrane einer Mehrweganlage nicht genau in einer
senkrechten Linie angeordnet sind, entstehen durch die unterschiedlich langen
Wege, die der Schall zum Zuhörer zurücklegt, Phasenfehler und Auslöschungen
(auch als Kammltereekt bezeichnet). Speziell für höhere Frequenzen ist
es wegen der kürzeren Wellenlängen wichtig, die Membrane übereinander
und nicht nebeneinander zu positionieren. Durch die verschiedenen Bauarten
der einzelnen Systeme (Hörner, Bassreexgehäuse etc.) bleiben selbst dann
noch Laufzeitdierenzen, wenn die Gehäusevorderkanten aller Systeme
übereinanderliegen. In diesem Fall muss auf elektronischem Weg eine
Laufzeitkorrektur erfolgen. Dies geschieht mit Hilfe einer Delay-Funktion.
Laufzeitunterschiede werden durch Verzögerung der Frequenzbänder im
Millisekundenbereich ausgeglichen, wodurch Klangverluste speziell im
Hochtonbereich vermieden werden.
◊ Laufzeitkorrektur ist nicht gleichzusetzen mit Phasenkorrektur.
Wenn ein Lautsprechersystem gleiche Laufzeiten hat, dann hat es auch
gleiche Phasen (es sei denn, ein Kabel wäre verpolt). Ein Umkehrschluss
kann daraus jedoch nicht gezogen werden.
3.4 Einstellen der übergangsfrequenzen
Der Frequenzbereich, aus dem die Übergangsfrequenzen gewählt werden
können, ist in zwei Bereiche umschaltbar, und zwar von 44 bis 930 Hz und
von 440 Hz bis 9,3 kHz. Für die Einstellung der Übergangsfrequenzen
lesen Sie bitte zuerst die Herstellerspezikationen der einzelnen
Lautsprecherkomponenten. Sie sollten nach den Frequenzgangdiagrammen
der einzelnen Lautsprecherboxen die Übergangsfrequenzen einstellen,
um Ihr System optimal auszulasten. Außerdem dürfen die Übergänge nicht
auf Spitzen oder Einbrüchen liegen. Suchen Sie einen Bereich mit möglichst
achem Verlauf. Wenn gefaltete Basshörner verwendet werden, ist zudem die
Länge des Hornwegs zu berücksichtigen, da sich Laufzeitverschiebungen durch
unterschiedlich lange Wege auch negativ auf den Frequenzverlauf auswirken
können (siehe Kapitel 3.3).
◊ Betreiben Sie niemals Lautsprecher bzw. Horntreiber unterhalb der
vom Hersteller angegebenen Grenzfrequenz!










