Operation Manual

aktiviert haben, können Sie dennoch Füllvorgänge mit einem Gammawert von 1,0 durchführen. (Siehe
Linearisieren des Arbeitsfarbraums und Aktivieren der linearen Füllmethode.)
Systemgamma, Gerätegamma und der Unterschied zwischen Szene und
Betrachtungsumgebung
Der Gammawert für ein komplettes System (von der Aufnahme, über die Produktion bis zur Anzeige in der
Betrachtungsumgebung) ist das Produkt der für die einzelnen Systemphasen verwendeten Gammawerte.
Dieses Produkt ergibt nicht immer 1,0, wie es zu erwarten wäre, wenn die Kodierungsvorgänge genau den
(umgekehrten) Dekodierungsvorgängen entsprächen. Ein Grund für ein vom Wert 1,0 abweichendes
Systemgamma ist, dass sich die Beleuchtungsbedingungen der Szenenaufnahme oft von den
Beleuchtungsbedingungen unterscheiden, unter denen die Szene betrachtet wird. (So wird ein Film in der
Regel in einer verdunkelten Umgebung angeschaut, während die Szenen normalerweise nicht in einer
derartigen Umgebung aufgenommen werden.)
Das Gerätegamma für eine HD-Kamera beträgt z. B. etwa 1:1,9, während das Gerätegamma eines HD-
Displays etwa 2,2 beträgt. Die Multiplikation dieser Werte ergibt ein Systemgamma von etwa 1,15. Dieser
Wert ist für die in der Regel leicht verdunkelten Fernsehbedingungen in einem typischen Wohnzimmer
angemessen. Bei der Produktion von Kinofilmen ist das Systemgamma wesentlich höher (etwa 1,5 bis 2,5),
um den dunkleren Bedingungen eines Kinos zu entsprechen. Das Gamma für den Negativfilm liegt etwa bei
1:1,7, das Gamma für den Projektionsfilm etwa bei 3 bis 4.
Farbprofile werden als szenenbezogen bezeichnet, wenn die Tonreaktionskurven auf den Bedingungen in der
typischen Szene basieren. Farbprofile werden als Ausgabenfarbprofile bezeichnet, wenn die
Tonreaktionskurven auf den Bedingungen in der typischen Anzeigeumgebung basieren.
Mit Farbmanagement passt After Effects standardmäßig den Kontrast eines Bildes beim Konvertieren
zwischen Szenen- und Ausgabenfarbprofilen automatisch an. Diese automatische Konvertierung (Anmassung
des Bildzustands) basiert auf den im HDTV-Videostandard angegebenen Gamma-Werten.
Deaktivieren Sie diese automatische Farbtransformation, indem Sie im Dialogfeld unter
„Datei“ > „Projekteinstellungen“ die Option „Szeneprofile ausgleichen“ auswählen.
Die Funktion „Szeneprofile ausgleichen“ ist auch in Adobe Photoshop CS4 und höher verfügbar, nicht jedoch
in anderen Anwendungen. Um die Farben in anderen Anwendungen (einschließlich After Effects CS3 und
früher) abzugleichen, deaktivieren Sie diese automatische Konvertierung. Wenn Sie ein Projekt öffnen, das in
After Effects CS3 oder einer früheren Version erstellt wurde, ist die Option „Szeneprofile ausgleichen“
deaktiviert.
Jede Instanz des Farbprofilkonvertierungseffekts kann so eingestellt werden, dass Szeneprofile wahlweise
ausgeglichen oder nicht ausgeglichen werden; alternativ kann die für das Projekt festgelegte Einstellung der
Option „Szeneprofile ausgleichen“ verwendet werden. (Siehe Effekt „Farbprofil konvertieren“.)
Zusätzliche Informationen zum Ausgleich von Szeneprofilen finden Sie in diesem Blog-Post von Todd Kopriva
und Peter Constable auf der Adobe-Website.
Trish und Chris Meyer haben auf der ProVideo Coalition-Website einen Artikel veröffentlicht, der einige
praktische Informationen zu Szenebezogenen und anzeigebezogenen Farbprofilen enthält.
QuickTime und Gamma in Projekten ohne Farbverwaltung
In After Effects 7.0 und früheren Versionen wurden QuickTime-Codecs verwendet, um verschiedene Arten
von Medien zu dekodieren. Unter Windows wurden von QuickTime andere Gamma-Anpassungen
durchgeführt als unter Mac OS. Die in After Effects CS3 und höheren Versionen ausgeführten Gamma-
Anpassungen unterscheiden sich von den Gamma-Anpassungen, die mit diesen QuickTime-Codecs
vorgenommen wurden. Die Gamma-Anpassungen in After Effects CS3 und höheren Versionen unter
Windows stimmen mit den Gamma-Anpassungen in After Effects CS3 und höheren Versionen unter Mac OS
überein. Da in After Effects keine QuickTime-Codecs mehr verwendet werden, bleiben Extremwerte in 32-Bit-
Projekten erhalten.
Um eines der folgenden Ergebnisse zu erzielen, wählen Sie im Dialogfeld „Projekteinstellungen“ die Option
„QuickTime Gamma-Anpassung wie in früheren Versionen von After Effects“:
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